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Warum Winterreifen (Kaltwetterreifen) wichtig sind: Ferrari Purosangue Nasshaftungstest

Adam Butcher
Adam Butcher
14.11.2025
Winter

Winterreifen sind für sicheres Fahren bei Temperaturen unter 7 Grad Celsius unverzichtbar. Dennoch fahren viele Autofahrer in Deutschland und ganz Europa auch bei kaltem Wetter weiterhin mit Sommerreifen, oft lange nachdem diese Reifen unter solchen Bedingungen ihre zuverlässige Leistung verlieren.

Um zu zeigen, welchen Einfluss die Reifenwahl bei winterlichen Temperaturen tatsächlich hat, arbeitete DriverReviews mit Ferrari zusammen und führte einen kontrollierten Nasshaftungstest mit dem Ferrari Purosangue durch. Das Fahrzeug wurde unter identischen Bedingungen sowohl mit einem Premium-Sommerreifen als auch mit einem speziell für kalte Witterung entwickelten Winterreifen getestet.

Der Test wurde von der Automobilmoderatorin und erfahrenen Rennfahrerin Vicki Butler-Henderson geleitet. Auf kalten, nassen Straßen verkürzen Winterreifen den Bremsweg um bis zu 6,4 Meter bei 80 km/h und bieten deutlich stabileres Handling. Die Tests verdeutlichen, dass die richtige Reifenwahl bei niedrigen Temperaturen entscheidend für Sicherheit und Kontrolle ist, unabhängig von Fahrzeugleistung oder technischer Ausstattung.

Vicki Butler-Henderson ist eine erfahrene professionelle Rennfahrerin und Automobilmoderatorin mit jahrzehntelanger Expertise in der Fahrzeugbewertung. Diese Kombination aus Rennstreckenkompetenz und praktischer Fahrzeugbewertung ermöglicht es ihr, sowohl die technischen Grenzen von Fahrzeugen als auch deren Alltagsverhalten präzise zu beurteilen. Für diesen Test führte Vicki alle Fahrmanöver persönlich durch und lieferte die Fahreindrücke, die dieser Bewertung zugrunde liegen.

Warum dieser Test durchgeführt wurde

Winterreifen sind für sicheres Fahren bei Temperaturen unter 7 Grad Celsius unverzichtbar. Dennoch fahren viele Autofahrer in Deutschland und ganz Europa auch bei kaltem Wetter weiterhin mit Sommerreifen, oft lange nachdem diese Reifen unter solchen Bedingungen ihre zuverlässige Leistung verlieren.

Um zu zeigen, welchen Einfluss die Reifenwahl bei winterlichen Temperaturen tatsächlich hat, arbeitete DriverReviews mit Ferrari zusammen und führte einen kontrollierten Nasshaftungstest mit dem Ferrari Purosangue durch. Das Fahrzeug wurde unter identischen Bedingungen sowohl mit einem Premium-Sommerreifen als auch mit einem speziell für kalte Witterung entwickelten Winterreifen getestet.

Ziel war es, zu zeigen, wie stark sich Traktion, Stabilität und Bremsverhalten allein durch die Wahl des Reifens verändern, wenn Temperaturen sinken und Fahrbahnen nass sind. Die Ergebnisse verdeutlichen eine grundlegende Tatsache, die für alle Fahrer gilt: Im Winter bestimmen die Reifen den verfügbaren Grip, unabhängig von Fahrzeuggröße, Leistung oder technischer Ausstattung.

Wie wurden die Testbedingungen kontrolliert?

Der Test fand auf der kontrollierten Nasshandling-Strecke bei Horiba MIRA im Vereinigten Königreich statt. Wasserstand, Streckenoberfläche und Layout blieben während des gesamten Tests konstant, um vergleichbare und reproduzierbare Ergebnisse zu gewährleisten. Diese Bedingungen entsprechen typischen europäischen Winterszenarien mit kaltem Asphalt, Regen und stehender Nässe.

Am Testtag lagen sowohl die Luft- als auch die Asphalttemperaturen nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt. Genau in diesem Temperaturbereich beginnen Sommerreifen, an Flexibilität zu verlieren, da ihre Gummimischung verhärtet. Dadurch nimmt der Grip auf nassen Oberflächen deutlich ab.

Um die Reifenleistung isoliert zu betrachten, blieb alles andere unverändert. Der Ferrari Purosangue absolvierte das identische Testprogramm mit demselben Fahrer und derselben Fahrzeugeinstellung. Verglichen wurden der Michelin Pilot Sport 4S als Sommerreifen und der Michelin Pilot Alpin 5 als Winterreifen, der speziell für kalte und nasse Bedingungen entwickelt wurde.

Warum verlieren Sommerreifen bei Kälte an Leistung?

Der Michelin Pilot Sport 4S zählt zu den bekanntesten Hochleistungs-Sommerreifen. Er bietet präzises Lenkverhalten, hohe Stabilität und starken Grip bei warmen Temperaturen und erzielt in unabhängigen Tests regelmäßig sehr gute Ergebnisse.

Wie bei allen Sommerreifen ist seine Gummimischung jedoch auf moderate bis hohe Temperaturen ausgelegt. Sinkt die Temperatur, wird der Gummi steifer und kann sich nicht mehr optimal an die Fahrbahnoberfläche anpassen. Aus Sicht des Fahrers führt dies auf kaltem, nassem Asphalt zu längeren Bremswegen, geringerer Traktion und weniger vorhersehbarem Fahrverhalten.

Der Michelin Pilot Alpin 5 ist für genau diese Bedingungen konzipiert. Seine Gummimischung bleibt auch bei niedrigen Temperaturen flexibel. Das Profildesign mit tiefen Rillen und feinen Lamellen unterstützt die Wasserverdrängung und sorgt für stabilen Kontakt zur Fahrbahn. In europäischen Winterreifentests ist er für kontrolliertes Bremsverhalten und gleichmäßige Performance auf kalten, nassen Straßen bekannt.

Beide Reifen funktionieren hervorragend in ihrem jeweiligen Einsatzbereich, sind jedoch nicht austauschbar. Der Test verdeutlicht, wie deutlich sich diese Unterschiede unter winterlichen Bedingungen bemerkbar machen.

Was wurde im Test gemessen?

Der Test begann mit kontrollierten Nassbremsungen aus 30 mph (50 km/h) und 50 mph (80 km/h). Dabei wurden jeweils derselbe Bremspunkt und die gleiche Messmethode verwendet. Diese Tests simulieren typische Alltagssituationen wie plötzliches Abbremsen auf kalten, nassen Straßen.

Anschließend folgte eine vollständige Nasshandling-Runde mit schnellen Kurven, engen Kehren und längeren Kurvenpassagen. Die Geschwindigkeit wurde schrittweise erhöht, bis die Haftungsgrenze erreicht war. Vicki Butler-Henderson bewertete dabei Lenkansprache, Fahrzeugstabilität, Wasserableitung durch das Profil sowie den Zeitpunkt, an dem elektronische Fahrassistenzsysteme eingriffen.

Diese Bedingungen entsprechen dem realen Winterfahren in Europa, bei dem sich Gripniveau und Fahrverhalten schnell verändern können.

Welche Unterschiede zeigten sich beim Bremsen und Handling?

Die Bremsmessungen zeigten einen klaren und messbaren Unterschied zwischen Sommer- und Winterreifen:

Bei 30 mph (50 km/h): Der Ferrari Purosangue auf Winterreifen kam rund drei Meter früher zum Stillstand als auf Sommerreifen

Bei 50 mph (80 km/h): Dieser Unterschied vergrößerte sich auf 6,4 Meter

Diese zusätzliche Strecke entspricht etwa der Länge eines größeren Fahrzeugs. In realen Fahrsituationen auf kalten, nassen Straßen kann dieser Unterschied entscheidend sein.

Auf der Handling-Strecke erreichten die Sommerreifen deutlich früher ihre Haftungsgrenze. Nach Vickis Einschätzung wurde das Lenkgefühl leichter, und die Traktionskontrolle musste häufiger eingreifen. Mit Winterreifen zeigte sich ein deutlich stabileres Fahrverhalten. Das Fahrzeug reagierte präziser auf Lenkeingaben, behielt auch bei höherem Wasserstand sicheren Grip und ließ sich insgesamt besser kontrollieren.

Schauen Sie sich die Testübersicht und Ergebnisse an

Was bedeuten diese Ergebnisse für Fahrer in Europa?

Winterliche Fahrbedingungen in Europa sind nicht allein durch Schnee geprägt. Kalte Fahrbahnen, Regen, Feuchtigkeit und wechselnde Gripverhältnisse treten oft schon lange vor dem ersten Schneefall auf.

Sobald die Temperaturen sinken, verlieren Sommerreifen deutlich an Wirksamkeit. Selbst hochwertige Sommerreifen stoßen dann an physikalische Grenzen, die auch moderne Fahrassistenzsysteme nicht ausgleichen können.

Winterreifen sind für genau diese Bedingungen entwickelt. Sie bieten:

  • Kürzere Bremswege auf kalten, nassen Straßen
  • Stabileres Kurvenverhalten bei niedrigen Temperaturen
  • Geringeres Aquaplaning-Risiko durch optimierte Wasserverdrängung
  • Mehr Kontrolle in unerwarteten Situationen

Diese Vorteile gelten unabhängig vom Fahrzeugtyp. Ob Kleinwagen, Elektrofahrzeug oder großer SUV – der verfügbare Grip wird immer durch die Reifen bestimmt.

Warum die richtige Reifenwahl im Winter entscheidend ist

Der Test mit dem Ferrari Purosangue zeigt deutlich, dass selbst ein modernes Hochleistungsfahrzeug die Grenzen von Sommerreifen auf kalten, nassen Straßen nicht überwinden kann. Der Wechsel auf geeignete Winterreifen führt zu sofortigen und messbaren Verbesserungen bei Bremsweg, Stabilität und Kontrolle.

Wintersicherheit beginnt nicht mit Schneefall, sondern mit der Temperatur. Die Wahl der passenden Reifen ist einer der einfachsten und wirksamsten Schritte, um in der kalten Jahreszeit sicher unterwegs zu sein.

Sehen Sie sich den vollständigen Ferrari Purosangue Winter-Nasshaftungstest unten an.

Häufig gestellte Fragen

Q1. Verbessern Winterreifen den Nassgrip bei kalten Temperaturen?

Ja. Winterreifen bleiben bei niedrigen Temperaturen flexibel und können dadurch auf kalten, nassen Fahrbahnen deutlich mehr Grip aufbauen als Sommerreifen.

Q2. Sind Winterreifen auch ohne Schnee sinnvoll?

Ja. Die meisten winterlichen Fahrbedingungen in Europa bestehen aus Kälte und Nässe, nicht aus Schnee. Winterreifen verbessern hier Bremsverhalten und Stabilität erheblich.

Q3. Ab welcher Temperatur verlieren Sommerreifen an Leistung?

Sommerreifen verlieren in der Regel unter etwa 7 Grad Celsius deutlich an Wirksamkeit, da die Gummimischung verhärtet.

Q4. Verkürzen Winterreifen den Bremsweg bei Regen?

Ja. Bei kalten, nassen Bedingungen können Winterreifen den Bremsweg im Vergleich zu Sommerreifen deutlich reduzieren, wie dieser Test zeigt.

Q5. Sind Winterreifen in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben?

Ja, bei winterlichen Straßenverhältnissen. In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht, bei der geeignete Reifen verwendet werden müssen, wenn die Bedingungen es erfordern.

Den vollständigen Test sehen Sie hier: Ferrari Purosangue Winterreifen-Test auf YouTube

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Quelle: DriverReviews

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