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OE-Reifen erklärt: Was bedeutet „Original Equipment“ wirklich?

Melissa Ness
Melissa Ness
16.2.2026
Ratgeber

Wenn Sie schon einmal Ihre Reifen ersetzt haben und dabei ungewöhnliche Markierungen auf der Reifenflanke wie AO, MO oder ein kleines Sternsymbol entdeckt haben, sind Sie vermutlich auf sogenannte Original-Equipment-Reifen (OE-Reifen) gestoßen. Dabei geht es nicht nur um Größe oder Passform – OE-Reifen sind speziell darauf ausgelegt, perfekt mit dem Fahrzeug zusammenzuarbeiten, für das sie ursprünglich entwickelt wurden.

In diesem Ratgeber erklären wir, was OE-Reifen sind, warum sie wichtig sind, wie Sie sie erkennen und ob Sie beim Reifenwechsel wieder auf OE-Reifen setzen sollten.

Was sind OE-Reifen (Original Equipment)?

OE-Reifen sind die Reifen, mit denen ein Fahrzeug ab Werk ausgeliefert wird. Sie entstehen in enger Zusammenarbeit zwischen Fahrzeughersteller und Reifenhersteller und werden häufig über mehrere Jahre hinweg entwickelt und getestet.

Im Gegensatz zu universellen Serienreifen liegt der Fokus bei OE-Reifen auf der gezielten Abstimmung einzelner Fahreigenschaften – darunter Lenkverhalten, Bremsleistung, Geräuschentwicklung und Fahrkomfort. Aus diesem Grund kann ein identisches Reifenmodell in mehreren OE-spezifischen Versionen existieren.

Warum setzen Fahrzeughersteller auf OE-Reifen?

Moderne Fahrzeuge sind fein abgestimmte Gesamtsysteme. Fahrwerk, Lenkung, Assistenzsysteme und Effizienzwerte werden auf einen bestimmten Reifentyp abgestimmt.

OE-Reifen stellen sicher, dass das Fahrzeug unter realen Fahrbedingungen genau so funktioniert, wie es vom Hersteller vorgesehen ist – mit stabilem Handling bei Nässe, kontrollierten Bremswegen, geringem Abrollgeräusch und gleichbleibender Performance bei hohen Geschwindigkeiten.

Besonders bei Sportwagen, Hybridfahrzeugen und Elektroautos spielen OE-Reifen eine entscheidende Rolle für das gewünschte Fahrerlebnis.

Wie erkennt man einen Original-Equipment-Reifen?

Der einfachste Weg, OE-Reifen zu identifizieren, ist ein Blick auf die Reifenflanke. Dort befinden sich herstellerspezifische Kennzeichnungen, die bestätigen, dass der Reifen für ein bestimmtes Fahrzeug freigegeben wurde.

Auch wenn zwei Reifen dieselbe Größe und denselben Geschwindigkeitsindex haben, kann nur die OE-Variante exakt auf die Anforderungen des Fahrzeugherstellers abgestimmt sein.

OE-Reifen-Kennzeichnungen erklärt (Europa)

Die folgende Tabelle zeigt die gängigsten OE-Kennzeichnungen auf dem europäischen Markt.

FahrzeugherstellerKennzeichnungBedeutungBedeutung
Alfa RomeoAROriginal-Equipment-Freigabe für Alfa Romeo
Aston MartinAMAston Martin OE-Spezifikation
AudiAOAudi Original
AOEAudi Original Extended (Runflat)
RO1Audi Quattro-spezifische Abstimmung
BentleyBBentley freigegebener OE-Reifen
BMWBMW „Star“-Kennzeichnung
FerrariK1, K2, K3Ferrari-Homologationsstufen
JaguarJJaguar Original Equipment
LamborghiniLLamborghini OE-Freigabe
Land RoverLRLand Rover Original Equipment
Jaguar Land RoverJLRGemeinsame JLR-Spezifikation
LotusLSLotus-spezifische Abstimmung
MaseratiMGTMaserati Genuine Tyres
McLarenMCMcLaren Original Equipment
Mercedes-BenzMOMercedes Original
MOEMercedes Original Extended (Runflat)
MO1Mercedes Original (AMG-Modelle)
NissanNR1Nissan GT-R Nismo
PorscheN0 – N6Porsche-Homologationskennungen
TeslaT0, T1, T2Tesla Original Equipment
VolkswagenVolkswagen Original Plus
VolvoVOLVolvo Original Equipment

Diese Kennzeichnungen stehen für eine offizielle Herstellerfreigabe und sind besonders relevant für Leasingfahrzeuge, Performance-Modelle und Fahrzeuge innerhalb der Garantiezeit.

Sind OE-Reifen besser als Nicht-OE-Reifen?

OE-Reifen sind nicht automatisch „besser“, aber sie sind optimal auf das ursprüngliche Fahrzeugkonzept abgestimmt. Sie bieten eine ausgewogene Kombination aus Grip, Komfort, Geräuscharmut und Effizienz.

Nicht-OE-Reifen können ebenfalls sicher und zulässig sein, sofern sie die vorgeschriebenen Dimensionen und Tragfähigkeiten erfüllen. Sie setzen jedoch häufig andere Schwerpunkte, etwa auf hohe Laufleistung oder geringen Rollwiderstand.

Sollte man OE-Reifen immer gleichwertig ersetzen?

Wenn Ihr Fahrzeug ab Werk mit OE-Reifen ausgestattet war, hilft ein gleichwertiger Ersatz dabei, die ursprünglichen Fahreigenschaften zu erhalten. Besonders wichtig ist das bei:

  • Sport- und Performance-Fahrzeugen
  • Fahrzeugen mit adaptivem Fahrwerk oder Assistenzsystemen
  • Elektro- und Hybridfahrzeugen
  • Leasing- und PCP-Fahrzeugen

Im Alltagsbetrieb entscheiden sich manche Fahrer aus Kostengründen für Alternativen – dabei sollte jedoch bewusst sein, welche Eigenschaften sich verändern können.

Häufige Fragen zu OE-Reifen

Lohnt es sich, für OE-Reifen mehr zu bezahlen?

In vielen Fällen ja. OE-Reifen erhalten das vom Hersteller vorgesehene Fahrverhalten und sind besonders für Premium-, Performance- und Elektrofahrzeuge sinnvoll.

Sollte ich Reifen immer in der gleichen OE-Spezifikation ersetzen?

Ein gleichwertiger OE-Ersatz sorgt für konstantes Lenk-, Brems- und Komfortverhalten. Abweichungen können sich insbesondere bei modernen Assistenzsystemen bemerkbar machen.

Was passiert, wenn ich keine OE-Reifen verwende?

Nicht-OE-Reifen sind zulässig, können aber Unterschiede bei Geräuschentwicklung, Verbrauch oder Fahrverhalten verursachen.

Benötigen Elektroautos spezielle OE-Reifen?

Elektrofahrzeuge profitieren häufig von OE-Reifen, die auf höheres Drehmoment, höheres Gewicht und geringe Geräuschentwicklung ausgelegt sind.

Original-Equipment-Reifen sind ein wesentlicher Bestandteil des Fahrzeugkonzepts. Sie sind nicht die einzige Option beim Reifenwechsel, bieten aber die Sicherheit, dass Ihr Fahrzeug weiterhin so fährt, wie es vom Hersteller vorgesehen war.

Wer OE-Kennzeichnungen versteht, kann fundierter entscheiden – ob für einen identischen Ersatz oder eine bewusste Alternative.

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