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DOT-Nummer auf dem Reifen: Was sie bedeutet und warum sie wichtig ist

Melissa Ness
Melissa Ness
Veröffentlicht: 24.3.2026
Ratgeber

Auf jedem Autoreifen findet sich eine scheinbar kryptische Zahlen- und Buchstabenkombination: die DOT-Nummer. Viele Autofahrer nehmen diese Kennzeichnung kaum wahr, dabei enthält sie wichtige Informationen über Herstellungsort, Produktionsdatum und Alter Ihrer Reifen. Das Produktionsdatum ist besonders entscheidend, denn Reifen altern auch dann, wenn sie nicht gefahren werden.

In diesem Ratgeber erklären wir, was die DOT-Nummer bedeutet, wie Sie sie richtig lesen und warum diese Information für Ihre Sicherheit so wichtig ist.

Was ist die DOT-Nummer?

DOT steht für „Department of Transportation", das US-Verkehrsministerium. Die DOT-Nummer ist eine Kennzeichnung, die auf jedem Autoreifen zu finden ist und bestätigt, dass der Reifen den Sicherheitsstandards entspricht. Sie besteht aus einer Kombination von 8 bis 13 Buchstaben und Zahlen, die direkt auf der Reifenflanke eingeprägt sind.

Diese Kennzeichnung ist nicht nur eine Seriennummer, sondern ein kompletter Informationscode. Die DOT-Nummer verrät Ihnen, wo der Reifen hergestellt wurde, in welcher Kalenderwoche und in welchem Jahr die Produktion stattfand. Besonders die letzten vier Ziffern sind dabei von größter Bedeutung, denn sie geben das exakte Herstellungsdatum an.

Wo finde ich die DOT-Nummer auf meinem Reifen?

Die DOT-Nummer befindet sich auf der Seitenwand des Reifens, der vertikalen Gummifläche zwischen Felge und Lauffläche. Sie beginnt immer mit den Buchstaben „DOT", gefolgt von einer Reihe von Zahlen und Buchstaben.

Wichtiger Hinweis: Die vollständige DOT-Nummer muss laut Vorschrift nur auf einer Seite des Reifens aufgeprägt sein. Wenn Sie auf einer Seite nur „DOT" ohne weitere Zeichen sehen, schauen Sie auf der anderen Reifenseite nach. Oft ist die vollständige Nummer auf der Innenseite des montierten Reifens zu finden.

Die DOT-Nummer ist häufig in einem leicht erhabenen Gummioval eingefasst, was das Auffinden erleichtert. Bei modernen Reifen ist sie meist gut lesbar, kann aber durch Verschmutzung oder Alterung schwerer erkennbar werden.

Wie lese ich die DOT-Nummer?

Die DOT-Nummer folgt einem standardisierten Format. Nehmen wir als Beispiel: DOT LF D9 BJXR 2318

Aufbau der DOT-Nummer:

  • DOT = Kennzeichnung des Department of Transportation
  • LF = Herstellerwerk-Code (erste 2-3 Zeichen nach DOT)
  • D9 BJXR = Herstellerinterner Code für Reifenmodell und -eigenschaften (nächste 4-6 Zeichen)
  • 2318 = Herstellungsdatum (immer die letzten 4 Ziffern)

Die für Sie wichtigsten Informationen stecken in den letzten vier Ziffern: 2318

  • 23 = Kalenderwoche der Herstellung (23. Woche des Jahres, also Anfang Juni)
  • 18 = Jahr der Herstellung (2018)

Dieser Reifen wurde also in der 23. Kalenderwoche des Jahres 2018 produziert. Das System ist denkbar einfach: Die ersten beiden Ziffern geben die Woche (01 bis 52, in seltenen Fällen 53) an, die letzten beiden das Jahr.

Weitere Beispiele:

  • DOT ... 0521 = 5. Woche 2021 (Anfang Februar 2021)
  • DOT ... 4019 = 40. Woche 2019 (Anfang Oktober 2019)
  • DOT ... 5323 = 53. Woche 2023 (Ende Dezember 2023)

Warum ist die DOT-Nummer wichtig?

Das Herstellungsdatum Ihrer Reifen hat direkte Auswirkungen auf Ihre Sicherheit. Gummi ist ein Naturprodukt, das mit der Zeit altert und seine Eigenschaften verändert, selbst wenn der Reifen nie benutzt wurde.

Alterungsprozess bei Reifen:

Mit zunehmendem Alter wird die Gummimischung härter und spröder. UV-Strahlung, Temperaturschwankungen und Ozon aus der Luft beschleunigen diesen Prozess. Die Folgen sind verminderte Haftung, längere Bremswege und ein erhöhtes Risiko für Reifenschäden oder sogar Reifenplatzer.

Experten empfehlen, Autoreifen nach 6 bis 8 Jahren auszutauschen, unabhängig von der Profiltiefe. Selbst ein optisch einwandfreier Reifen mit ausreichendem Profil kann durch Alterung gefährlich werden. Die Gummimischung verliert ihre Flexibilität, was besonders bei niedrigen Temperaturen problematisch wird.

Praktische Relevanz:

Die DOT-Nummer hilft Ihnen auch beim Reifenkauf. Wenn Sie neue Reifen kaufen, können Sie überprüfen, ob diese wirklich frisch produziert wurden oder bereits mehrere Jahre im Lager lagen. Reifen, die länger als zwei Jahre gelagert wurden, sollten günstiger angeboten werden, auch wenn sie technisch noch als „neu" gelten.

Zudem ist die DOT-Nummer bei Rückrufaktionen unverzichtbar. Sollte ein Reifenhersteller ein bestimmtes Produktionslos zurückrufen, können Sie anhand der DOT-Nummer sofort feststellen, ob Ihre Reifen betroffen sind.

Der Herstellerwerk-Code: Wo wurde Ihr Reifen produziert?

Die ersten 2 bis 3 Zeichen nach „DOT" geben an, in welchem Werk der Reifen hergestellt wurde. Jeder Produktionsstandort weltweit hat einen eindeutigen Code, der beim US-Verkehrsministerium registriert ist.

Beispiele für Werkcodes:

  • B1 = Michelin-Werk in LaRoche sur Yon, Frankreich
  • LF = Continental-Werk in Hannover, Deutschland
  • CC = Yokohama-Werk in Salem, Virginia (USA)
  • 4U = Yokohama-Werk auf den Philippinen

Diese Information ist vor allem bei Rückrufaktionen relevant, da so betroffene Produktionsserien identifiziert werden können.

Reifen vor dem Jahr 2000: Das alte DOT-System

Wenn Sie auf einen älteren Reifen stoßen und die DOT-Nummer nur drei Ziffern am Ende aufweist, wurde dieser Reifen vor dem Jahr 2000 hergestellt. In diesem Fall sollten Sie den Reifen umgehend austauschen, da er über 25 Jahre alt ist.

Beispiel altes System:

  • DOT ... 229 = 22. Woche eines Jahres, das auf 9 endet (1989, 1979, 1969...)

Bei diesem alten System ist nicht eindeutig erkennbar, aus welchem Jahrzehnt der Reifen stammt. Die ersten beiden Ziffern bezeichnen die Kalenderwoche, die letzte Ziffer steht für das Jahr innerhalb eines Jahrzehnts. Ein Reifen mit der Endung „229" könnte theoretisch aus 1989, 1979 oder sogar 1969 stammen.

Wichtig: Reifen mit nur drei Ziffern im DOT-Code sind definitiv zu alt für den sicheren Straßenverkehr und müssen ersetzt werden. Die Gummimischung ist nach über zwei Jahrzehnten so stark gealtert, dass ein sicherer Betrieb nicht mehr gewährleistet werden kann.

Wie alt dürfen Reifen sein?

Die Frage nach dem maximalen Reifenalter lässt sich nicht mit einem einzigen Wert beantworten, da verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Dennoch gibt es klare Richtlinien:

Empfehlungen führender Reifenhersteller:

Die meisten Hersteller empfehlen, Reifen nach spätestens 10 Jahren zu ersetzen, unabhängig vom Zustand. Viele Experten raten jedoch zu einem Austausch bereits nach 6 bis 8 Jahren. Bei Winterreifen liegt die empfohlene Nutzungsdauer oft noch niedriger, da die weichere Gummimischung schneller altert.

Faktoren, die die Lebensdauer beeinflussen:

Die tatsächliche Lebensdauer hängt von mehreren Faktoren ab. Häufige Nutzung bei hohen Temperaturen beschleunigt die Alterung ebenso wie extreme Witterungsbedingungen. UV-Strahlung durch direkte Sonneneinstrahlung greift die Gummimischung an, weshalb die Lagerung an einem dunklen, kühlen Ort wichtig ist. Auch die Art der Nutzung spielt eine Rolle: Hochleistungsreifen mit weicheren Mischungen altern schneller als Standard-Straßenreifen.

Wann Sie Reifen unabhängig vom Alter austauschen sollten:

Tauschen Sie Reifen sofort aus, wenn Sie sichtbare Risse in der Seitenwand oder Lauffläche entdecken, Beulen oder Ausbuchtungen feststellen, die Profiltiefe unter 3 mm liegt (gesetzliches Minimum: 1,6 mm) oder Verfärbungen und Verhärtungen der Gummimischung erkennbar sind. Diese Anzeichen deuten auf strukturelle Schäden oder fortgeschrittene Alterung hin.

Häufige Irrtümer über Reifenalter

„Meine Reifen haben kaum Kilometer, also sind sie noch gut"

Ein weit verbreiteter Irrtum. Auch wenig genutzte Reifen altern durch Umwelteinflüsse. Ein 8 Jahre alter Reifen mit nur 10.000 Kilometern kann gefährlicher sein als ein 3 Jahre alter Reifen mit 50.000 Kilometern. Die chemische Alterung des Gummis findet unabhängig von der Nutzung statt.

„Neue Reifen beim Händler sind immer frisch produziert"

Nicht unbedingt. Reifen können Monate oder sogar Jahre im Lager liegen, bevor sie verkauft werden. Prüfen Sie daher beim Kauf immer die DOT-Nummer. Reifen, die älter als zwei Jahre sind, sollten Sie nur mit entsprechendem Preisnachlass akzeptieren.

„Winterreifen im Sommer lagern schadet nicht"

Die Lagerbedingungen sind entscheidend. Reifen sollten kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Direkte Sonneneinstrahlung, Nähe zu Heizkörpern oder Lagerung bei extremen Temperaturen beschleunigen die Alterung erheblich. Die optimale Lagertemperatur liegt zwischen 0°C und 25°C.

„Reifen mit Anti-Aging-Zusätzen altern nicht"

Moderne Reifenmischungen enthalten zwar Antioxidantien und Anti-Ozonmittel, die den Alterungsprozess verlangsamen. Dennoch ist die Alterung unvermeidbar. Diese Zusätze verlängern die Lebensdauer, ersetzen aber nicht den rechtzeitigen Austausch.

Praktische Tipps zum Umgang mit der DOT-Nummer

Beim Reifenkauf:

Prüfen Sie vor dem Kauf die DOT-Nummer aller vier Reifen. Bestehen Sie auf Reifen, die nicht älter als ein Jahr sind. Bei Sonderangeboten oder Auslaufmodellen kann es vorkommen, dass ältere Produktionsdaten angeboten werden. Diese sollten deutlich günstiger sein. Lassen Sie sich die DOT-Nummer vor dem Kauf zeigen, nicht erst nach der Montage.

Regelmäßige Kontrolle:

Notieren Sie sich beim Reifenwechsel das Herstellungsdatum Ihrer Sommer- und Winterreifen. So behalten Sie den Überblick über das Alter. Setzen Sie sich eine Erinnerung für das empfohlene Austauschdatum. Überprüfen Sie bei jedem Reifenwechsel auch den Zustand: Risse, Verhärtungen oder Verfärbungen sind Warnsignale.

Bei Gebrauchtreifen:

Finger weg von Reifen, die älter als 6 Jahre sind, auch wenn das Profil gut aussieht. Prüfen Sie bei Gebrauchtreifen immer die DOT-Nummer auf allen vier Reifen. Unterschiedliche Herstellungsdaten können auf gemischte Reifensätze hinweisen, was problematisch sein kann.

Dokumentation für Garantiefälle:

Fotografieren Sie die DOT-Nummer beim Reifenkauf. Bewahren Sie Kaufbelege auf, denn die Garantie beginnt meist ab Kaufdatum, nicht ab Herstellungsdatum. Bei Reklamationen ist die DOT-Nummer der Nachweis für Produktionsfehler oder Rückrufaktionen.

Die DOT-Nummer ist Ihr wichtigstes Werkzeug zur Überprüfung von Reifenalter und Herkunft. Tauschen Sie Reifen spätestens nach 6 bis 8 Jahren aus und sofort bei sichtbaren Alterungserscheinungen wie Rissen oder Verfärbungen.

Häufige Fragen zur DOT-Nummer

Wo genau finde ich die DOT-Nummer auf meinem Reifen?

Die DOT-Nummer befindet sich auf der Seitenwand des Reifens und beginnt immer mit den Buchstaben „DOT". Da die vollständige Nummer nur auf einer Seite aufgeprägt sein muss, schauen Sie gegebenenfalls auf beide Reifenseiten. Die Nummer ist oft in einem erhabenen Gummioval eingefasst.

Was bedeuten die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer?

Die letzten vier Ziffern geben das Herstellungsdatum an. Die ersten beiden Ziffern bezeichnen die Kalenderwoche (01-52), die letzten beiden das Jahr. Beispiel: 2318 bedeutet 23. Woche des Jahres 2018.

Wie alt dürfen meine Reifen maximal sein?

Reifenhersteller empfehlen einen Austausch nach spätestens 10 Jahren, viele Experten raten jedoch bereits nach 6 bis 8 Jahren zum Wechsel. Winterreifen sollten aufgrund ihrer weicheren Mischung früher ersetzt werden. Unabhängig vom Alter müssen Reifen bei sichtbaren Schäden sofort ausgetauscht werden.

Sind Neureifen beim Händler immer frisch produziert?

Nein, Reifen können monatelang oder sogar Jahre im Lager liegen. Prüfen Sie beim Kauf immer die DOT-Nummer. Reifen, die älter als zwei Jahre sind, sollten nur mit deutlichem Preisnachlass gekauft werden.

Was mache ich, wenn meine DOT-Nummer nur drei Ziffern hat?

Drei Ziffern bedeuten, dass der Reifen vor dem Jahr 2000 hergestellt wurde und damit mindestens 25 Jahre alt ist. Solche Reifen sind definitiv nicht mehr verkehrssicher und müssen umgehend ersetzt werden.

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