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Wie wechselt man einen Reifen: Der vollständige Leitfaden von DriverReviews

Melissa Ness
Melissa Ness
Veröffentlicht: 14.7.2026
Ratgeber

Schnellfakten: Reifenwechsel

  • Fahrzeug vor dem Reifenwechsel stets auf eine sichere, ebene Fläche fahren
  • Handbremse anziehen und Unterlegkeile oder Warndreiecke aufstellen, bevor begonnen wird
  • Wagenheber niemals auf unebenem Untergrund oder weichen Oberflächen verwenden
  • Radmuttern lockern, bevor das Fahrzeug angehoben wird, nicht danach
  • Ein Notrad ist nur für den vorübergehenden Gebrauch vorgesehen und unterliegt einer Höchstgeschwindigkeit, in der Regel 80 km/h
  • Reifendruck des Reserverads vor jeder längeren Fahrt prüfen
  • Nach dem Aufmontieren eines Reserverads den Originalreifen so schnell wie möglich reparieren oder ersetzen lassen

Zu wissen, wie man einen Reifen wechselt, gehört zu den nützlichsten praktischen Fähigkeiten eines jeden Fahrers. Eine Reifenpanne kann auf jeder Straße und jederzeit auftreten; wer ein Ersatzrad sicher und routiniert aufziehen kann, verbringt weniger Zeit am Straßenrand und ist in vielen Situationen nicht auf den Pannendienst angewiesen. Dieser Leitfaden deckt alles ab: von der mitzuführenden Ausrüstung über jeden einzelnen Schritt des Reifenwechsels bis hin zu dem, was nach der Rückkehr auf die Straße zu tun ist.

Ein Reifenwechsel ist ein unkomplizierter Vorgang, wenn er methodisch angegangen wird. Die folgenden Schritte gelten für Pkw, die mit einem vollwertigen Ersatzrad oder einem Notrad ausgestattet sind.

Welche Ausrüstung wird für einen Reifenwechsel benötigt?

Die richtige Ausrüstung vor einer Panne dabei zu haben ist der erste Schritt zur Vorbereitung. Die meisten Pkw werden serienmäßig mit einem grundlegenden Reifenwechsel-Set geliefert; es lohnt sich jedoch, vor jeder längeren Fahrt zu prüfen, ob alle Teile vorhanden und funktionstüchtig sind.

Standardausrüstung:

  • Ersatzrad: vollwertiges Rad oder Notrad, korrekt aufgepumpt
  • Scherenwagenheber oder Hydraulikheber
  • Radschlüssel oder Drehmomentschlüssel
  • Radmutterschlüssel-Adapter, falls das Fahrzeug Sicherungsradmuttern hat
  • Fahrzeughandbuch (für die korrekten Wagenheberpunkte)
  • Warndreieck oder Warnblinkanlage
  • Warnweste
  • Unterlegkeile zur Sicherung des stehenden Fahrzeugs
  • Handschuhe

Nützliche Zusatzausrüstung:

  • Taschenlampe oder Stirnlampe für schlechte Lichtverhältnisse
  • Wasserdichte Matte oder Knieschoner
  • Reifendruckmesser

Ersatzrad, Wagenheber und Radschlüssel sind in der Regel in einem dafür vorgesehenen Fach unter dem Kofferraumboden verstaut. Deren Lage im Fahrzeughandbuch nachschlagen, insbesondere bei unbekannten oder Mietfahrzeugen.

Ist es sicher, einen Reifen auf der Straße zu wechseln?

Sicherheit hat bei jedem Reifenwechsel am Straßenrand höchste Priorität. Ein Reifenwechsel auf einer befahrenen Straße oder Autobahn birgt erhebliche Risiken; das korrekte Vorgehen reduziert dieses Risiko, bevor überhaupt Werkzeug berührt wird.

Wenn ein Reifen während der Fahrt Luft verliert, die Geschwindigkeit allmählich verringern und ruhig zur nächsten sicheren Haltestelle lenken. Starkes Bremsen vermeiden.

Auf einer normalen Straße ist der sicherste Halteplatz ein Parkplatz, eine Haltebucht oder eine Nebenstraße mit ebenem, festem und waagerechtem Untergrund. Halten auf Grünstreifen, Gefällestrecken oder losem Untergrund vermeiden, da diese die Stabilität des Wagenhebers beeinträchtigen. Nach dem Anhalten sofort die Warnblinkanlage einschalten, die Handbremse anziehen und, falls vorhanden, die Warnweste anziehen, bevor das Fahrzeug verlassen wird.

Reifenwechsel-Vorschriften in Deutschland

Wer in Deutschland auf einer öffentlichen Straße einen Reifen wechseln muss, hat mehrere gesetzliche und sicherheitstechnische Anforderungen zu beachten. Diese Regeln vor einer Panne zu kennen hilft dabei, sicher zu bleiben und die deutschen Straßenverkehrsvorschriften einzuhalten.

Sicherheitsanforderungen

Warndreieck: Das Mitführen eines Warndreiecks ist in Deutschland Pflicht. Bei einem Reifenwechsel auf einer öffentlichen Straße ist das Warndreieck in angemessenem Abstand hinter dem Fahrzeug aufzustellen, um den nachfolgenden Verkehr zu warnen. Auf Landstraßen sind das in der Regel 50 bis 100 Meter, auf Autobahnen bis zu 200 Meter.

Warnweste: Jedes Fahrzeug muss mindestens eine Warnweste mitführen. Sie ist anzulegen, bevor das Fahrzeug auf einer öffentlichen Straße verlassen wird, also auch beim Reifenwechsel.

Autopannen: Bei einer Reifenpanne auf einer deutschen Autobahn das Fahrzeug auf den Seitenstreifen fahren, sofern dies sicher möglich ist, und sofort die Warnblinkanlage einschalten. Niemals versuchen, einen Reifen auf einer befahrenen Fahrbahn zu wechseln. Wenn das Fahrzeug den Seitenstreifen nicht mehr erreichen kann, das Fahrzeug möglichst über die Beifahrerseite verlassen, hinter die Schutzplanke treten und den Pannendienst rufen.

Gesetzliche Reifenvorschriften

Saisonale Reifenpflicht: In Deutschland gilt eine situationsbedingte Winterreifenpflicht, das heißt, es gibt keinen festen Termin, ab dem Winterreifen montiert sein müssen. Immer wenn Straßen durch Schnee, Eis, Schneematsch oder Frost beeinträchtigt sind, müssen Fahrzeuge mit Winterreifen oder Ganzjahresreifen ausgestattet sein, die das Alpine (3PMSF)-Symbol (öffnet in einem neuen Tab) tragen. Seit dem 1. Oktober 2024 werden Reifen, die nur mit M+S gekennzeichnet sind, nicht mehr als Winterreifen anerkannt.

Mindestprofiltiefe: Die gesetzliche Mindestprofiltiefe für alle Reifen beträgt 1,6 mm. Für optimale Sicherheit empfehlen Experten jedoch, Sommerreifen bereits bei etwa 3 mm und Winter- oder Ganzjahresreifen bei etwa 4 mm zu wechseln, um ausreichend Grip bei Nässe und winterlichen Bedingungen zu gewährleisten.

Notrad: Temporäre Noträder sind in der Regel auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h begrenzt und sollten nur verwendet werden, um die nächste Werkstatt oder einen sicheren Ort zu erreichen, wo der beschädigte Reifen repariert oder ersetzt werden kann. Die im Fahrzeughandbuch angegebenen Geschwindigkeits- und Distanzgrenzen stets einhalten.

Reifenwechsel Schritt für Schritt

Die folgenden zehn Schritte beschreiben einen vollständigen Reifenwechsel an einem Pkw, vom sicheren Halteplatz bis zur Weiterfahrt auf dem Ersatzrad. Den gesamten Leitfaden einmal durchlesen, bevor begonnen wird.

Schritt 1: Sicher anhalten und Fahrzeug vorbereiten

Auf einer ebenen, festen Fläche abseits des Verkehrs anhalten, Warnblinkanlage einschalten, Handbremse anziehen und Unterlegkeile an den diagonal gegenüberliegenden Rädern anbringen. Warnweste anziehen und Warndreieck hinter dem Fahrzeug aufstellen, bevor das Rad berührt wird.

Schritt 2: Ausrüstung aus dem Kofferraum nehmen

Ersatzrad, Wagenheber und Radschlüssel aus dem Kofferraum nehmen und das Ersatzrad auf Schäden und korrekten Luftdruck prüfen. Im Fahrzeughandbuch die korrekten Wagenheberpunkte für das Fahrzeug nachschlagen, bevor fortgefahren wird.

Schritt 3: Radabdeckung oder Nabenkappe entfernen

Gegebenenfalls vorhandene Zierblenden oder Nabenkappen mit dem flachen Ende des Radschlüssels entfernen und beiseitelegen. Bei Leichtmetallrädern zuerst die Mittelkappe entfernen, um an die darunter liegenden Radmuttern zu gelangen.

Schritt 4: Radmuttern vor dem Anheben lockern

Jede Radmutter mit dem Radschlüssel um eine halbe Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn lockern, solange das Rad noch auf dem Boden steht. Den anfänglichen Widerstand jetzt zu überwinden verhindert, dass sich das Rad dreht, sobald es angehoben ist.

Schritt 5: Wagenheber korrekt positionieren

Die Wagenheberpunkte am Fahrzeugschweller mithilfe des Handbuchs lokalisieren und den Wagenheberkopf direkt darunter positionieren. Sicherstellen, dass die Basis auf festem, ebenem Untergrund steht, bevor Last aufgebracht wird.

Schritt 6: Fahrzeug anheben

Das Fahrzeug so weit anheben, bis der platte Reifen etwa 10 bis 15 cm über dem Boden schwebt. Niemals unter ein Fahrzeug kriechen, das nur von einem Scherenwagenheber gestützt wird.

Schritt 7: Platten Reifen abnehmen

Die Radmuttern vollständig herausdrehen, den platten Reifen zu sich heranziehen und ihn als Sicherheitsmaßnahme mit der Reifenlauffläche nach unten unter den Fahrzeugschweller legen, solange das Auto angehoben ist. Die Muttern sicher verwahren, bevor das Ersatzrad montiert wird.

Schritt 8: Ersatzrad montieren

Das Ersatzrad an den Radbolzen ausrichten, vollständig bündig andrücken und die Radmuttern vor dem Einsatz von Werkzeug von Hand im Diagonalmuster anziehen.

Schritt 9: Fahrzeug absenken und Radmuttern festziehen

Das Fahrzeug absenken, bis der Reifen den Boden berührt, die Radmuttern mit dem Radschlüssel im Diagonalmuster vollständig festziehen, dann vollständig absenken und den Wagenheber entfernen. Beim nächstmöglichen Gelegenheit mit einem Drehmomentschlüssel auf das vom Hersteller angegebene Anzugsmoment nachziehen.

Schritt 10: Reifendruck prüfen und Ausrüstung verstauen

Den Luftdruck des Ersatzrads prüfen und bei Bedarf aufpumpen, dann den platten Reifen, Wagenheber und alle weiteren Utensilien sicher im Kofferraum verstauen. Warndreieck und Unterlegkeile einsammeln, Spiegel und toten Winkel prüfen und losfahren.

Was ist nach dem Aufmontieren eines Reserverads zu tun?

Das Aufmontieren eines Reserverads ist eine vorübergehende Lösung, keine dauerhafte Reparatur. Nach einem Reifenwechsel am Straßenrand sind mehrere wichtige Schritte zu beachten.

Reifendruck bei nächster Gelegenheit prüfen. Auch wenn das Reserverad am Straßenrand korrekt aufgepumpt schien, lohnt es sich, den Druck in einer Werkstatt oder mit einem zuverlässigen Messgerät zu bestätigen. Der korrekte Druck für das Ersatzrad ist im Fahrzeughandbuch und auf dem Reifendruckaufkleber (öffnet in einem neuen Tab) im Türrahmen auf der Fahrerseite angegeben.

Radmuttern nachziehen lassen. Radmuttern, die am Straßenrand mit einem Standard-Radschlüssel angezogen wurden, erreichen möglicherweise nicht das vom Hersteller vorgeschriebene Drehmoment. Eine Werkstatt kann die Muttern mit einem kalibrierten Drehmomentschlüssel nachziehen und so die korrekte Befestigung des Rads bestätigen.

Geschwindigkeitsbegrenzung des Notrads einhalten. Wenn ein Notrad montiert wurde, die auf der Reifenflanke angegebene Höchstgeschwindigkeit einhalten, in der Regel 80 km/h. Autobahnen nach Möglichkeit meiden, bis das Originalrad repariert oder ersetzt wurde.

Originalreifen so schnell wie möglich prüfen lassen. Ein platter Reifen kann je nach Größe und Lage des Schadens reparierbar sein. Ein Einstich in der Mitte der Lauffläche mit weniger als 6 mm Durchmesser ist in der Regel reparierbar. Schäden an der Flanke, der Schulter oder ein Einstich von mehr als 6 mm erfordern in der Regel einen Reifenwechsel statt einer Reparatur. Ein Reifenspezialist kann den Schaden beurteilen und die geeignetste Vorgehensweise empfehlen.

Können alle Reifen am Straßenrand gewechselt werden?

Die meisten Pkw-Reifen können mit einem Standard-Ersatzrad und Wagenheber am Straßenrand gewechselt werden. In einigen Situationen ist jedoch ein anderes Vorgehen erforderlich.

Notlaufreifen: Notlaufreifen sind so konzipiert, dass nach einer Reifenpanne noch eine begrenzte Strecke gefahren werden kann, in der Regel bis zu 80 km bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, sodass kein sofortiger Reifenwechsel am Straßenrand erforderlich ist. Die korrekten Verfahren für Notlaufreifen (öffnet in einem neuen Tab) sollten stets geprüft werden, bevor die Fahrt fortgesetzt wird.

Reifenreparatur-Sets ersetzen bei manchen Fahrzeugen das Ersatzrad und dichten einen Einstich mithilfe von Dichtschaum und einem Kompressor vorübergehend ab und füllen den Reifen wieder auf.

Niederquerschnittsreifen auf großen Leichtmetallrädern sind anfälliger für Flankenschäden durch Schlaglöcher und Bordsteine. Wenn der Reifen oder das Rad sichtbar verformt, gerissen oder über einen einfachen Einstich hinaus beschädigt ist, nicht versuchen, damit weiterzufahren, sondern den Pannendienst rufen.

Häufig gestellte Fragen

Wie wechselt man einen Reifen?

Auf einer ebenen, festen Fläche anhalten, Handbremse anziehen und Radmuttern lockern, bevor das Fahrzeug angehoben wird. Das Auto anheben, bis der Reifen den Boden freigibt, das Plattrad abnehmen, das Ersatzrad aufmontieren und die Muttern im Diagonalmuster von Hand anziehen, bevor das Fahrzeug abgesenkt und die Muttern vollständig festgezogen werden.

Welche Ausrüstung wird für einen Reifenwechsel benötigt?

Die unverzichtbare Ausrüstung sind Ersatzrad, Wagenheber, Radschlüssel und Fahrzeughandbuch. Warndreieck, Warnweste, Unterlegkeile und Handschuhe erhöhen die Sicherheit; Drehmomentschlüssel und Reifendruckmesser sind nützliche Ergänzungen.

Darf man einen Reifen auf der Autobahn wechseln?

Ein Reifenwechsel auf der Autobahn ist nicht sicher. Bei einer Reifenpanne die Geschwindigkeit verringern, an der nächsten Ausfahrt abfahren oder auf den Seitenstreifen fahren, das Fahrzeug über die Beifahrerseite verlassen und den Pannendienst rufen.

Wie lange dauert ein Reifenwechsel?

Ein erfahrener Fahrer kann einen Reifen unter guten Bedingungen in 15 bis 30 Minuten wechseln. Die Ausrüstung vor der Fahrt vorzubereiten und die Schritte vorab durchzulesen verkürzt die am Straßenrand benötigte Zeit.

Was ist ein Notrad?

Ein Notrad ist ein schmaleres, leichteres Ersatzrad, das weniger Kofferraumplatz als ein vollwertiges Rad benötigt. Es ist nur für den vorübergehenden Gebrauch vorgesehen, unterliegt einer Höchstgeschwindigkeit von in der Regel 80 km/h und sollte so schnell wie möglich durch einen vollwertigen Reifen ersetzt werden.

Wie fest müssen Radmuttern nach einem Reifenwechsel angezogen werden?

Die Radmuttern am Straßenrand mit dem Radschlüssel im Diagonalmuster fest anziehen, dann so schnell wie möglich von einer Werkstatt mit einem kalibrierten Drehmomentschlüssel auf das vom Hersteller vorgeschriebene Anzugsmoment nachziehen lassen.

Wann sollte man den Pannendienst rufen statt den Reifen selbst zu wechseln?

Den Pannendienst rufen, wenn das Fahrzeug keinen sicheren Halteplatz erreichen kann, wenn der Schaden über einen einfachen Einstich hinausgeht, wenn kein Ersatzrad oder Reparatur-Set vorhanden ist oder wenn die Panne auf einer Autobahn auftritt. Der Pannendienst ist stets die richtige Wahl, wenn ein sicherer Wechsel nicht möglich ist.

Woran erkennt man, ob das Reserverad noch verwendbar ist?

Den Luftdruck und Zustand des Reserverads vor jeder längeren Fahrt prüfen, dabei die Profiltiefe und die Flanke auf Risse oder Beulen untersuchen. Jedes Reserverad, das sichtbare Verschlechterungen zeigt oder lange Zeit drucklos gelagert wurde, ersetzen.

Über DriverReviews

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Quelle: DriverReviews (öffnet in einem neuen Tab)

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